Sich um Angehörige kümmern – zwischen Wunsch und Verpflichtung

Es kann eine lange, manchmal jahrelange, kräfteraubende und anspruchsvolle Aufgabe sein, sich um Angehörige zu kümmern. Deshalb empfehlen wir, ein solches Engagement nicht überstürzt, sondern wohlüberlegt in Angriff zu nehmen. Also nicht einfach die Ärmel hochkrempeln, Augen zu und durch. Das gilt erst recht für Betreuende, die bereits (voll) eingespannt sind. Seien Sie ehrlich zu sich selber, nehmen Sie sich Zeit und beantworten Sie folgende Fragen:


  • Welcher Hilfebedarf besteht aus Ihrer Sicht zurzeit?
  • Wie könnte sich dieser Bedarf im besten/schlechtesten Fall entwickeln?
  • Welche Aufgaben könnten und möchten Sie selber übernehmen?
  • Welche Aufgaben möchten Sie aus welchen Gründen nicht selber übernehmen?
  • Wie organisieren Sie ganz konkret Ihren eigenen Alltag, Ihre Woche, Ihr Jahr?
  • Wie lange möchten Sie sich um Ihre Angehörigen kümmern?


Kontaktieren Sie uns, bevor Sie einen definitiven Entscheid treffen. Wir haben Antworten auf offene Fragen, geben Ihnen gerne hilfreiche Tipps, vermitteln ergänzende Angebote und beraten Sie auch, wie Sie Ihren eigenen Bedürfnissen Sorge tragen können. Das ist ein wichtiger Punkt, denn die langfristige häusliche Betreuung überfordert eine einzelne Person fast immer. Nehmen Sie Hilfe an, bevor die Aufgaben ihre Kräfte übersteigen!

Achten Sie auf Ihre Gesundheit

Sie können für Ihre Angehörigen nur längerfristig da sein, wenn Sie selber gesund bleiben, regelmässig ein- und durchschlafen können, genug Zeit für die Pflege Ihrer sozialen Kontakte und für Ihre Hobbies haben. Sie müssen sich nicht nur sporadisch Sorge tragen, sondern täglich! Wer sich um Angehörige kümmert, sollte auch das eigene Wohlbefinden im Auge behalten. Planen Sie regelmässige Pausen und Ferien fest ein – und halten Sie sich auch daran! Suchen Sie gegebenenfalls Menschen und/oder Betreuungsdienste, die Sie in dieser Zeit ablösen. Auf unserer Website finden Sie konkrete Hinweise u.a. zum Thema «Hilfe zu Hause».


Meist wird die Betreuung von Angehörigen mit der Zeit anspruchsvoller, zeitraubender und kräftezehrender. In solchen Phasen Grenzen zu ziehen, kann ein schwieriger Schritt sein. Seien Sie aufmerksam, damit Sie reagieren können! Schätzen Sie die Situation immer wieder neu ein und passen Sie Ihre Hilfsplanung den veränderten Bedingungen an – unbedingt auch mit Rücksicht auf Ihr eigenes Wohl. Das ist wohl die unkomplizierteste und preiswerteste aller Lösungen. Vielleicht kocht die Nachbarin ganz gerne dreimal pro Woche eine zusätzliche Portion für Sie. Aber gerade weil man sich so nahe steht, braucht es klare Abmachungen: Wer leistet wann was, und worin besteht die Gegenleistung, der Dank? Die grosse Nähe kann zu unerwünschten Abhängigkeiten führen und unversehens zum Problem werden.

Weitere Informationen zum Thema

Gesundheitsförderung Schweiz


Familien- und Frauengesundheit (ffg)