Betreuende Angehörige in Zeiten von Corona

In der Schweiz pflegen und betreuen laut einer Schätzung von Pro Senectute mehr als 500‘000 Menschen Angehörige. Viele gehören aufgrund Ihres Alters selber zur Risikogruppe und könnten jederzeit ausfallen. Was dann?


Fachleute sind sich einig: Man sollte nicht abwarten, bis diese Notlage eintritt, denn dann überstürzen sich die Ereignisse. Sie raten, möglichst sofort einen «Plan B» zu erstellen und sich zu überlegen, ob es andere Personen oder Institutionen in Ihrem Umfeld gäbe, welche die Betreuung für einen gewissen Zeitraum übernehmen könnten. Es ist ratsam, diese umgehend anzufragen.


Für eine allfällige Stellvertretung sollte man unbedingt eine Liste mit den wichtigsten Informationen zusammenzustellen. Dafür bietet sich der Notfallplan des «Schweizerischen Vereins Betreuender Angehörige» (Pro Aidants) an. Das Dokument umfasst sieben Seiten mit Angaben zum bestehenden Betreuungsnetz, zum Pflegebedarf der betreuten Person und zu vorhandenen Verfügungen.


Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat ein Merkblatt mit Empfehlungen für betreuende Angehörige erstellt. Darin werden wichtige Punkte angesprochen: Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung aus Ihrem Umfeld zu holen. Unter welchen Voraussetzungen es derzeit zulässig ist, Reinigungspersonal oder (nachbarschaftliche) Hilfe in die Wohnung einer betreuten Person zu lassen, können Sie in unserem Tipp «Hilfe zu Hause» lesen. Mit Fragen können Sie sich jederzeit an lokale Hilfsorganisationen (z.B. Spitex) oder unsere Anlaufstelle wenden.


Nutzen Sie die vorhandenen Beratungsmöglichkeiten von Fach- oder Patientenorganisationen. Schotten Sie sich nicht ab, sondern reden Sie mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten darüber, wie es Ihnen geht und wie Sie mit den ausserordentlichen Belastungen fertig werden; pflegen Sie diese Kontakte telefonisch oder digital.


In jedem Fall lohnt es sich, die «Tipps & Tricks zur Pflege der eigenen psychischen Gesundheit» auf der Plattform www.dureschnuufe.ch zu lesen. Wenn die Sorgen und Ängste überhandnehmen sollten, hilft notfallmässig die «Dargebotene Hand» (Tel. 143). Auch auf unserer Webseite finden Sie eine ganze Reihe von Tipps zur Bewältigung der Corona-Krise.