Patientenverfügung in Zeiten von Corona

Das Thema Patientenverfügung ist wegen der Corona-Pandemie mit den teilweise schweren und tödlichen Verläufen aktueller denn je. Es kann sein, dass sich der Gesundheitszustand einer betroffenen Person schnell verschlechtert. Das gilt nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für jüngere. Daher ist es wichtig, bereits in gesunden Tagen festzuhalten, welche Behandlung man sich bei einem schweren, mit Urteilsunfähigkeit verbundenen Verlauf wünscht. Damit hilft man den vertretungsberechtigten Personen und dem Ärzte-Team, schwierige Entscheidungen im Sinne des Patienten zu treffen.


Wir empfehlen, sich gut über die Symptome, Verlaufs- und Behandlungsmöglichkeiten in schweren Corona-Fällen zu informieren. Folgende Fragen sind dabei zentral:


  • Wie ist meine persönliche Lebens-/Krankheitssituation?
  • Wie gross ist mein Lebenswille auf einer Skala von 0 bis 10?
  • Welche Bedeutung hat es für mich, noch (lange) weiter zu leben?
  • Was sind meine Überzeugungen im Umgang mit Leben und Sterben?
  • Wäre ich bereit, mich auf einer Intensivstation behandeln zulassen?
  • Wäre ich auch einverstanden mit einer künstlichen Beatmung?


Nicht alle Betroffenen können oder wollen zu Hause behandelt werden oder sterben. Sie fühlen sich im Spital besser aufgehoben, möchten dort aber auf eine normale Abteilung mit palliativer Betreuung, jedoch ohne intensivmedizinische Behandlung kommen. Es ist auch möglich, sich für eine Behandlung auf der Intensivstation zu entscheiden, aber ausdrücklich auf eine künstliche Beatmung zu verzichten.

Wenn man sich für die Behandlung zu Hause entscheidet, muss in Ergänzung zu ambulanten Diensten wie der Spitex rechtes Limmattal eine palliative Betreuung organisiert werden. Sie ermöglicht, das Leiden eines unheilbar kranken Menschen zu lindern und verschafft ihm bis zum Tod die bestmögliche Lebensqualität. Dafür bietet sich die Stiftung Palliaviva mit ihrem Fachwissen an. Das ausgebildete Pflegepersonal lindert komplexe Symptome und bietet dem ganzen Umfeld mehr Sicherheit – auch den Angehörigen. In Notfällen ist Palliaviva
24 Stunden pro Tag erreichbar.

Was Sie auch noch wissen müssen

Wenn Ihre bestehende Patientenverfügung im Grundsatz Ihrem aktuellen Willen in Bezug auf lebensverlängernde Massnahmen auch im Fall einer schweren Infektionskrankheit mit dem Coronavirus entspricht, muss sie nicht angepasst werden. Andernfalls kann ein zusätzlicher, datierter und unterschriebener Hinweis in der Verfügung oder auf einem angehefteten Zusatzblatt festgehalten werden. Beispielsweise, dass man eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation zugunsten einer umfassenden palliativen Betreuung ablehnt.


Wichtig ist, dass Ihre Patientenverfügung oder -vollmacht Ihren Angehörigen und Ärzten in einer Notfallsituation zur Verfügung steht. Bewahren Sie dieses wichtige Papier deshalb so auf, dass es für jede Person zugänglich ist, zum Beispiel auf der Innenseite der Wohnungstür oder bei den Medikamenten. Dieser Punkt ist gerade in Zeiten von Corona besonders wichtig. Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen zur Patientenverfügung/-vollmacht.